Wie man eine Stalking-Akte anlegt
Empfehlung von Rechtsanwältin Ute Rossenhövel
Ein großes Problem liegt oft darin, dass sich die Opfer wehrlos den vielzähligen Angriffen ausgesetzt fühlen. Sie wollen sich damit so wenig wie möglich auseinandersetzen, gleichzeitig aber die Angriffe so rasch als möglich beenden. Ein erfolgreiches Vorgehen steht und fällt jedoch mit der Nachweisbarkeit der Taten, ebenso mit der Nachweisbarkeit der Vielzahl der Belästigungen. Ein gutes Hilfsmittel ist daher eine möglichst sorgfältig geführte "Stalker-Akte". Damit wird es Ihnen, Ihrem Anwalt, der Polizei und letztendlich den Gerichten möglich, die Taten dem Stalker zuzuordnen und einen Überblick über Ihre Belastung zu erhalten.
In einer "Stalking-Akte" können Sie sämtliche Belästigungen durch den Stalker sammeln. Sie notieren wichtige Hinweise wie Datum, Uhrzeit und Art der Belästigung ebenso wie den Namen möglicher Zeugen oder den Ort, an dem Sie die E-Mail, Website oder ähnliches archiviert haben. Eine solche Akte kann Ihnen nicht nur helfen, die Taten des Stalkers nachzuweisen. Sie hilft Ihnen vielleicht auch, die Belästigungen zu verarbeiten, nach dem Motto „Eintragen heißt abhaken“. Denn explosive Gegenreaktionen wie z.B. E-Mails mit ähnlich beleidigendem Inhalt, helfen Ihnen bei der Durchsetzung Ihres Rechts keineswegs – sie können sogar mehr als hinderlich sein.
Eine Stalking-Akte könnte nach folgendem Schema angelegt werden:
| Tag | Datum | Zeit | Medium | Wie erkannt | Zeugen | Inhalt | Bemerkungen |
| Mo | 15.3. | 14:55 | E-Mail an ich@.... de | E-Mail von stalker@... .de; | Herr XY (liest PE ich@.. mit) | siehe E-Mail-PE Ordner "Stalker" | gleicher Text und ... wie in Mail vom 14.2. |
| Mo | 15.3. | 22:35 | Anruf | Stimme | -- | "...." | über AB mitgespeichert |
| Di | 16.3. | ca. 4:15 - 5:05 | 15 Anrufe | Ruferkennung | Fang- schaltung | siehe Telekom-Aufstellung | 15 mal angerufen, nach 3x klingeln aufgelegt |
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