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Typische Fälle

Stalking in Gronau
Die Friseurin Daniela (29) aus Gronau hat keine Ruhe vor ihrem Ex-Mann Hubert. Der jetzt schon viele Monate andauernde Psychoterror nimmt kein Ende: Einschusslöcher in Danielas Fenster, eingeschlagene Türen, immer wieder Drohbriefe. Und dabei bleibt es nicht: Während alle schlafen, versucht Hubert in die Wohnung von Danielas Mutter einzudringen. 'Der will wahr machen, was er ständig ankündigt - Hubert will uns alle töten!', sagt die Mutter. Entsetzt über die Untätigkeit der Polizei nehmen Danielas Nachbarn die Sache nun selbst in die Hand. Nacht für Nacht schieben sie vor ihrer Wohnung Wache, installieren eine WebCam und rufen Daniela mehrmals täglich an. stern TV-Reportage zeigt, welche Spuren der ständige Terror auch bei Danielas Töchtern (4 und 7) hinterlässt: Sie fangen an, sich die Arme aufzukratzen, seit der eigene Vater für sie zum schlimmsten Alptraum wurde.

TV-Reportage dokumentiert
Ricarda (35) hat Angst um ihr Leben. Sie geht nicht mehr unbewaffnet aus dem Haus. Denn seit der Trennung verfolgt und bedroht ihr Mann Markus sie und die beiden Kinder (7 und 11). Auflauern, Randale, Schmierereien und Morddrohungen - seit Monaten hat Ricarda keine Ruhe. 'Das, was er jetzt mit mir macht, mussten auch seine anderen Ex-Frauen schon aushalten.' Ihre Kinder leiden unter Angstzuständen, bewaffnen sich mit Spielzeugpistolen, sie trauen sich nirgendwo mehr allein hin. Schon während der Ehe verprügelte Markus seine Frau und die gemeinsamen Kinder brutal. stern TV-Reportage dokumentiert, wie sehr Ricarda um ihr Leben bangt. Vor kurzem hinterließ ein Fremder mit russischem Akzent eine Nachricht auf Ricardas Anrufbeantworter: 'Markus bezahlt mich dafür, dass ich dich töte!'...

Den Tod vor Augen
Da gibt es die von ihrem gewalttätigen Mann getrennt lebende Ehefrau, der sie nachts mit Anrufen terrorisiert und versucht über den Balkon in die Wohnung einzudringen, damit droht, er werde sie "tot machen". Oder den ehemaligen Freund einer Frau, der ständig vor ihrer Haustüre herumlungert, ihrem Auto folgt, sie nach Dienstschluss an der Arbeitsstelle abpasst und auf dem Heimweg folgt. Den Ehemann, der nach seinem Auszug jede Gelegenheit zu einem "zufälligen" Zusammentreffen mit seiner Frau nützt, um sie vor den Kindern oder sonstigen Anwesenden zu beschimpfen, festzuhalten, tätlich zu werden und ihr die Hoffnung auf ein ungestörtes eigenes Leben zunichte macht. Und es gibt sogar Fälle, in denen Frauen entführt, gefesselt und malträtiert ihren nahen Tod schon vor Augen sahen, bevor sie dem Schreckensszenarium entkommen konnten.

Lehrer gestalkt
In Euskirchen, einem Ort bei Bonn, wurde ein Lehrer jahrelang von einer früheren Schülerin und deren Mutter systematisch bis in den Urlaubsort hinein verfolgt. Da diese Verfolgungen praktisch nur Freundlichkeiten beinhalteten, gab es strafrechtlich keine Möglichkeit, sich zu wehren. Erst eine zivilrechtliche Unterlassungsklage, der es der Schülerin verbot, in irgendeiner Weise Kontakt zu dem Lehrer aufzunehmen, beendete dann nach vielen Jahren das Martyrium des Lehrers. Meist aber erhalten die Opfer kaum Hilfe von Polizei oder Justiz.

Terror in Rettert
Seit drei Jahren erhält Katrin (39) diese Drohungen - von einem Mann, den sie kaum kennt. Katrin flieht aus Leipzig in die 500-Seelen-Gemeinde Rettert in Rheinland Pfalz. Nur wenige Monate hat sie dort Ruhe, dann hat Oliver P. Katrin auch hier gefunden. Da sie nun eine Geheimnummer hat, überzieht der Liebeskranke den gesamten Ort - mehr als 30 Haushalte - mit Drohanrufen. Bis zu 300mal am Tag ruft Oliver P. die Dorfbewohner an, belästigt, beschimpft, bedroht sie. Auch eine einstweilige Verfügung kann ihn nicht stoppen. So muss Katrin wieder ihre Koffer packen und weiter ziehen. Doch der Terror in Rettert geht weiter. Obwohl die Polizei sogar die Handys von OIiver P. beschlagnahmt hat, ruft der Stalker immer wieder an. So lange, bis er weiß, wo er Katrin Just finden kann?

Der Konzertbesuch mit Folgen
Angela lernte ihn bei einem Stones-Konzert kennen. Er stand damals neben ihr und beide hatten viel Spaß auf dem Konzert. Danach gingen sie noch in ein Lokal und redeten ganz angeregt miteinander. Sie tauschten Telefonnummern aus. Tage später rief er sie an. Sie verabredeten sich. Doch da merkte er, dass sie doch nicht so interessant war, wie er dachte. Und sie hatte Ansichten, die so gar nicht mit seinen übereinstimmten. Er hatte nicht vor, sie wiederzusehen. Sie aber hatte sich in ihn verliebt. Und das Drama begann. Sie schwor ihm am Telefon ihre Liebe. Er sagte: Ich habe mich nicht in dich verliebt und möchte dich auch nicht wiedersehen. Zuerst heulte sie nur. Dann schlug ihr Liebeskummer in blinde Wut um. Wenn sie ihm nur hartnäckig genug ihre Liebe gestehen würde, dann würde er sie bestimmt erhören: Sie schickte Videobotschaften, auf denen sie zitterte und schluchzte. Sie schickte weitere Konzertkarten, um den ersten Abend ihres Kennenlernens zu wiederholen. Sie kontrollierte ihn. Bald wusste sie alles aus seinem Privat- und Berufsleben. Am Ende tauchte sie an seinem Arbeitsplatz auf. Sie machte ihn bei seinen Arbeitskollegen schlecht, stahl unbemerkt wichtige Unterlagen und manipulierte Post. Er verlor seinen Job.

Die Apothekerin
In Berlin wurde eine Apothekerin seit Jahren von einem Mann verfolgt, dem sie in ihrer Apotheke hin und wieder Medikamente verkauft und ihn freundlich beraten hatte. Da sie ihre Apotheke nicht aufgeben will und kann, steht sie mittlerweile unter Polizeischutz. Der Betroffene hat mehrfach in der Apotheke erhebliche Sachbeschädigung begangen oder die Frau zu Hause verprügelt und dort randaliert. Außerdem sitzt er oft stundenlang im Auto vor ihrer Tür. Der Betroffene hat mittlerweile einen Selbstmordversuch und diverse Aufenthalte in einer psychiatrischen Klinik hinter sich. Ein Täter, der bei der verfolgten Apothekerin sogar Mitleid hervorruft.

Von einer Frau verfolgt
"Ich reagiere auf keine Post. Ich reagiere überhaupt nicht. Ich werde von einer Frau belästigt (ich liebe Frauen). Ich habe einmal etwas mit ihr gehabt, und jetzt lässt sie mich nicht mehr los. Sie steht nachts vor meinem Fenster, belauert mich. Sie hat mir einen Virus (trojanisches Pferd) geschickt, damit sie meine Post im Internet lesen kann. Alles das bestreitet sie. Sie sagt, dass ich sie liebe und es nur noch nicht weiß... Ich liebe sie NICHT. Sie schickt mir Briefe (täglich, Express-Post), wo sie schreibt, dass sie sich umbringt. Sie macht mir permanent ein schlechtes Gewissen. Ich erleide Höllenqualen. Ich habe eine Tochter, und ich habe ANGST! Ich fühle mich beobachtet. Ich wohne ganz unten, so dass sie mich sehen kann. Nachts stecke ich schon den Stecker vom Telefon raus. Ich reagiere auf keine Post. Ich reagiere überhaupt nicht, aber sie macht weiter. Zur Polizei traue ich mich nicht, weil ich Angst habe, sie flippt aus."
Heike, die dies im Forum der Homepage www.liebeswahn.de geschrieben hat, ist eine Ausnahme. Sie wird von einer Frau verfolgt, die den Kontakt zu ihr mit allen Mitteln wiederherstellen will. In aller Regel aber sind es Männer, die aus Wut, Zorn und Machtbesessenheit wie auch aus falsch verstandener Liebe nicht locker lassen wollen. Heike beschreibt sehr eindrücklich, was viele andere Frauen auch erleben. körperliche Gesundheit und/oder die von Familienmitgliedern in Gefahr sei."

Er konnte nicht von der "Ex" lassen
Peter und Sabine waren fünf Jahre ein Paar. Sie hatten oft gestritten, eigentlich waren die letzten zwei Jahre nur noch schlimm. Doch keiner traute sich, einen Schlussstrich zu ziehen. Bis Sabine den Entschluss fasste: Ich gehe. Peter konnte es nicht fassen, fiel aus allen Wolken. Er rief Sabine an. Nur noch einmal reden wollte er mit ihr. Sie umstimmen. Doch sie blieb hart. Er blieb dran. Täglich rief er sie an. Sie legte immer sofort auf. Er fuhr mit dem Auto an ihrer neuen Wohnung vorbei, beobachtete sie. Als sie offensichtlich einen Neuen hatte, verstärkte er seine Aktionen. Er zerstach ihre Autoreifen. Er schrieb ihr Drohbriefe: "Ich bringe dich um, wenn du nicht zurückkommst!"